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Häufige Fragen

Was für Auswirkungen hat Brunnen Nord auf die anderen mittelfristig anzugehenden Projekte der Gemeinde?

Das heutige Eigenkapital von rund Fr. 12 Mio. wurde im Hinblick auf die Herausforderung der Realisierung von Brunnen Nord in den letzten sechs Jahren aufgebaut. Die Strategie „mittelfristige Schwerpunkte“ der Gemeinde sieht vor, dass auch mit der Realisierung von Brunnen Nord und den damit verbundenen Aufgaben (Erschliessung, Infrastruktur) die gesunden Gemeindefinanzen beibehalten werden können. Ein nachhaltiger Steuerfuss ist Kernpunkt dieses Ziels.

 

Die Gemeinde Ingenbohl ist aufgrund der Ausgangslage zudem in der Lage gemäss Finanzplanung rund Fr. 3 Mio. pro Jahr für weitere notwendige Investitionen auszugeben. Der notwendige Handlungsspielraum ist somit gegeben und mittelfristig sichergestellt. Weiterhin gilt es aber, klar mit Prioritäten zu arbeiten. Nicht alles und jedes ist sofort realisierbar, sondern muss über Jahre sinnvoll verteilt werden. Nicht nur die finanziellen Ressourcen für Projekte sind beschränkt, auch die weiteren Kapazitäten (personelle Ressourcen, politische Tragbarkeit) sind es. Stabilität muss die oberste Grundlage sein.

Wie sehen die Nachfolgekosten des Projekts Brunnen Nord für die Gemeinde aus (Schulen, Alterswohnheim)?

Bereits seit 2009 setzt sich der Gemeinderat Ingenbohl mit den Zielen und Rahmenbedingungen für Brunnen Nord intensiv auseinander. Seither überprüft er die gewonnenen Erkenntnisse in der Entwicklung und passt die verschiedenen Planungen laufend an. Die vom Gemeinderat 2013 erarbeitete Liegenschaftenstrategie unterstützt diesen wichtigen und notwendigen Prozess. In jüngster Zeit wurden diese Bemühungen durch den Analysebericht „arealplus“ noch einmal aktualisiert.

Der Gemeinderat richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf:

  • die Schulraumplanung
  • die Pflege- und Altersinfrastruktur
  • das Werkleitungsnetz und die Entsorgung
  • die Erschliessungsfrage (motorisierter Individualverkehr und Langsamverkehr)
  • das kulturelle und sportliche Angebot sowie Freizeitangebot
  • die koordinierte Entwicklung von Brunnen Nord
  • die Entwicklung zum und im Dorfzentrum und am See
  • die Anbindung des öffentlichen Verkehrs
  • die Finanzplanung

Unmittelbar besteht für Schulraum und Altersvorsorgen kein zusätzlicher Bedarf. Für den Schulraum könnte dies mittelfristig bis langfristig je nach Entwicklung ein Thema werden. Im Rahmen des Kantonalen Nutzungsplans wurden Möglichkeiten für die Einrichtung von Kinderbetreuung (Kindergartenlokal / Kindertagesstätte) vorausgesehen (§ 14 Bauzone Brunnen C KNP). Weitere Punkte wie Infrastruktur und Koordination werden durch die laufende Planung abgedeckt werden. Ein erarbeitetes Gesamtkonzept für Brunnen Nord wird zudem dazu beitragen, die Abdeckung sicherzustellen.

Wird die Mischung von Gewerbe und Wohnen nicht als problematisch erachtet?

Bereits in der Testplanung, die 2009 begonnen wurde, stand aufgrund der Struktur und der Grösse von Brunnen Nord eine Mischnutzung im Vordergrund. Der von der Nova Brunnen Immobilien AG für ihr Gebiet durchgeführte Wettbewerb zeigte ebenfalls auf, dass eine gezielte Mischnutzung bei der Realisierung anzustreben sei. Der neuste Analysebericht von „arealplus“ für die Gebiete Hertipark und Genossame Ingenbohl spricht sich ebenfalls für eine gemischte Nutzung von Wohnen und Gewerbe / Dienstleistungen aus. Mischnutzungen können zu Zielkonflikten führen. Die Investoren und Eigentümer sind sich dessen durchaus bewusst. Die Mischnutzung eröffnet aber auch Chancen, dass Brunnen Nord eine eigene Ausstrahlung mit hoher Qualität entwickeln kann. Spannend gilt es hier, das Mass der Dichte bei der Ausnützung architektonisch geschickt einzusetzen. Die Durchmischung von Wohnen und Arbeiten wird Brunnen Nord eine besondere Atmosphäre verleihen und auch dazu dienen, ein lebendiger Dorfteil mit Freiflächen zu werden. Mischnutzung bringt Leben. Brunnen Nord eignet sich für eine Vielzahl von gewerblichen, aber auch dienstleitungsorientierten, bis hin zu kulturellen und touristischen Nutzungen.

Mit einer gemischten Nutzung kann langfristig Weitschöpfung erzielt und Lebensqualität erreicht werden. Von der künftigen Nutzung dürfen nicht nur Investoren und Eigentümer profitieren. Die Nutzungsentwicklung muss auf die Bedürfnisse eines Ortes bzw. einer Region abgestimmt sein. Für unsere Region Talkessel Schwyz bedeutet dies, dass Arbeitsplätze geschaffen und so die Pendlersituation entschärft werden soll. Die sogenannte Clusterbildung, wie sie im Zusammenhang mit Brunnen Nord oft diskutiert wird, erhöht zudem den Trend zur Mischnutzung. Der modernen Mischnutzung ist zwar eine gewisse Komplexität nicht abzusprechen. Gerade aber wegen der gesellschaftlichen Bedeutung, die dem lebenswerten Zusammenleben dienen soll, braucht es sie mehr denn je. Bei der Mischnutzung Brunnen Nord wurden die Situationen der bestehenden Betriebe (Reismühle, Silo) mit einer Mischnutzung bereits in die Kantonale Nutzungsplanung aufgenommen mit dem erklärten Ziel, bestehenden Betrieben ihre Existenz und Weiterentwicklung zu sichern.

Wie fliesst der Wildtierkorridor in das Projekt ein?

Zur Realisierung des Kantonalen Nutzungsplans wurde es notwendig, mit den Naturschutzorganisationen eine Vereinbarung einzugehen. Der „Wildtierkorridor SZ6“ quert den Talboden zwischen Ingenbohl und Schwyz. Dieser überregionale Wildtierkorridor ist für die Wildtiere (Rothirsch und Reh) die einzig mögliche Verbindung zwischen dem Kanton Uri und den Gebieten Rigi und Urmiberg. Aufgrund zahlreicher Beeinträchtigungen gilt der Wildtierkorridor heute als weitgehend unterbrochen.

Konkrete Verbesserungsmassnahmen sind im Sanierungs- und Umsetzungskonzept „Wildtierkorridor SZ6“ des Umweltberatungsbüros PiU, Wabern, aus dem Jahr 2015 aufgeführt. Durch wildtierspezifische Bauwerke soll der Wildtierkorridor mittel- bis langfristig saniert werden. Der Sanierungshorizont ist massgeblich abhängig von der Realisierung der verschiedenen Grossprojekte im Felderboden (im Zusammenhang mit den NEAT-Bauten). Im Siedlungstrenngürtel zwischen Ibach und Ingenbohl sind Massnahmen wie Pflanzungen von Hecken und Feldgehölzen als Leit- und Vernetzungsstrukturen vorgesehen. Diese erleichtern den Wildtieren das Queren der Ebene (massgebend für die Planung und den Bau von Wildtierpassagen an Verkehrswegen sind die Richtlinien UVEK vom 11. Januar 2001). Im Kantonalen Nutzungsplan wird ein überlagerter Wildtierkorridor festgesetzt. Im Bereich des überlagernden Wildtierkorridors ist die Durchgängigkeit ungeschmälert zu erhalten und bei bestehenden Behinderungen soweit wie möglich zu verbessern. Licht- und Lärmimmissionen sowie andere Immissionen sind zu vermeiden. Bauten und Anlagen, welche den freien Wildtierdurchgang behindern, sind nicht zulässig. Insbesondere gilt eine Baubewilligungspflicht für sämtliche Weidezäune, Einfriedungen, Tiergehege und weitere Anlagen, die als Barriere für Tierbewegungen wirken könnten.

Zurzeit ist eine Subkommission daran, mit den Eigentümern und Nutzern, d. h. vorab mit der betroffenen Landwirtschaft, im Rahmen des Konzepts tragbare Lösungen zu erarbeiten. Mit der Landwirtschaft sollen dabei Ansätze erarbeitet werden, welche diese nicht übermässig benachteiligen.

Könnte im Gebiet Brunnen Nord bereits zum jetzigen Zeitpunkt gestaltet bzw. gebaut werden?

Die Realisierung von Brunnen Nord läuft in zwei Etappen (Z1 und Z2) ab.

Die zwischenzeitliche realisierte „Pinsellösung“ zeigt auf, dass eine 1. Etappe (Z1) verkehrstechnisch über die bereits bestehenden Strassen vom Bahnhofsplatz Brunnen her erschlossen werden kann. „Pinsellösung“ darum, weil lediglich mit Änderung der Signalisation und Markierung eine Veränderung der bestehenden Strassen zu erfolgen hat. Über die „Pinsellösung“ können insgesamt 788 Parkplätze erschlossen werden, eine weitergehende Erschliessung ist nicht mehr über diese Lösung möglich. Die Pinsellösung gewährleistet die verkehrliche Erschliessung der 1. Etappe, bis die Spange Brunnen Nord (Kreisel Gätzli - Knoten Stegstuden - Brunnen Nord) als definitive Lösung realisiert ist. Bauen in der 1. Etappe ist soweit möglich.

Das Verkehrsregime des Vollausbaus (Z2) sieht eine Verbindung vom Kreisel Gätzli über den Knoten Stegstuden zur Brücke über die Muota vor. Zudem wird eine Verbindung zwischen Bahnhofsplatz Brunnen und Knoten Stegstuden realisiert. Die Gesamtverkehrslösung soll in einer zweiten Etappe erfolgen und als definitive Erschliessungslösung für den Vollausbau des gesamten Gebiets Brunnen Nord dienen.

Die Basiserschliessung liegt im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Ingenbohl.

Wo liegt das künftige Potenzial der Gemeinde Ingenbohl?

Der Kanton Schwyz - und hier auch der innere Kantonsteil - haben dank der guten Ausgangslage (Lebensqualität, gute Verkehrsverbindungen, politische Stabilität) Potenzial sowohl als Wohnort wie aber auch als Unternehmensstandort. Der Talkessel von Schwyz und die ideale und attraktive Lage von Ingenbohl-Brunnen bieten beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Die bisherige Entwicklung der Arbeitsplätze 2005 - 2014 (Gemeinde Ingenbohl + 16 % / Kanton Schwyz + 17 % / Schweiz + 16 %) lässt sich bereits sehen.

Die künftige Entwicklung für die Gemeinde Ingenbohl wird von folgenden Faktoren massgeblich beeinflusst werden:

  • profitieren von der NEAT-Anbindung
  • gemeinsame wirtschaftliche und touristische Vermarktung des inneren Kantonsteils sowie die Anbindung an die Wirtschaftsräume Zürich und Lombardei
  • mit Brunnen Nord vorhandenes Entwicklungsgebiet nutzen
  • Einbindung in den Health Tech Cluster Switzerland

Besteht nicht die Gefahr, dass Brunnen Nord nicht in unsere Gemeinde integriert werden kann?

Das Risiko besteht, wird aber aktiv angegangen. Brunnen Nord wird bauliche Qualität erhalten, die unser Siedlungsbild attraktiv ergänzt. Als Raum / Quartier wird es durchlässig sein und keine Sackgasse oder ein abgeschlossener Raum. Die Entwicklung von Brunnen Nord verläuft etappiert: Nachfrage und Angebot werden sich ausgleichen. Investoren wie die Gemeinde wollen keine strukturellen Leerstände schaffen. Brunnen Nord soll mit der Durchmischung leben und schafft Räume und Möglichkeiten für Ereignisse aller Art im Dorfleben. Es bietet kurze Wege für die tägliche Versorgung und alle Dienstleistungen und garantiert optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Günstiger Wohnraum macht wohnen auch für durchschnittliche Einkommen und Familien finanziell tragbar. Dorf und Brunnen Nord werden sich durch die etappierte Entwicklung vernetzen.

Sind die Annahmen, dass in Brunnen Nord bis zu 1‘400 Arbeitsplätze geschaffen werden können, nicht zu optimistisch?

In der Tat ist bzgl. Arbeitsplätze ein zurückhaltender Optimismus am Platz. Allerdings ist es immer schwierig, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu explorieren. Ist die Vergangenheit kritisch verlaufen, sieht man die Zukunft in der Tendenz zu schwarz und umgekehrt. Und bisher war es in unserer Region wirklich nicht ganz einfach, Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Ansiedlung von Arbeitsplätzen auf einem Areal ist von der Standortkonkurrenz und der allgemeinen Nachfrage sowie dem Angebot in einem bestimmten Zeitraum abhängig. Im Kanton Schwyz besteht ein eher knappes Angebot an neuen geeigneten Flächen. Somit ist zu erwarten, dass eine bestimmte Nachfrage auf ein Angebot wartet. Das können Zuzüge von neuen Arbeitsplätzen oder Arbeitsplätzen aus der Erweiterung von ansässigen Firmen sein.

Das Arbeitsplatz-Angebot in Brunnen Nord kann auch zur Verlagerung von Arbeitsplätzen von bisherigen Arbeitsstätten in der Gemeinde oder der Region nach Brunnen Nord führen. Dadurch können Flächen frei werden, die danach beispielsweise zu Wohnzwecken verdichtet werden können.

Volkswirtschaftlich ist natürlich die Entwicklung, wie sie im Talkessel und besonders in Brunnen Nord angestrebt wird, zu begrüssen. Damit wird in der Region neue Wertschöpfung geschaffen, was auch zu zusätzlichen Arbeitsplätzen führt. Begünstigt wird diese Entwicklung, wenn ausserhalb der Region Flächen für neue Arbeitsplätze knapp sind, was das Ausweichen nach Brunnen Nord attraktiv macht.

Ob und für welche Arbeitsplätze neue Flächen im grösseren Umfeld von Brunnen Nord knapp sind oder nicht, müsste genauer analysiert werden. Zu vermuten ist, dass dies für gewerblich industrielle Arbeitsplätze eher der Fall ist als für Büroarbeitsplätze.

Abschliessend kann zu dieser Frage festgehalten werden: In den letzten 3 Jahren (2011 - 2014) wurden in Ingenbohl 108 Arbeitsplätze geschaffen, d. h. pro Jahr 36. Somit wäre dies mittels Hochrechnung auf rund 20 Jahre dann gerade Mal die Hälfte der prognostizierten 1‘400 Arbeitsplätze. Es darf aber sehr wohl davon ausgegangen werden, dass das Wachstum sich beschleunigen wird, wenn man entsprechende grössere Flächen / Räumlichkeiten neu anbieten kann, da dies Unternehmen mit grösseren Mitarbeiterzahlen anziehen dürfte. Unter Berücksichtigung solcher Aspekte sind 1‘400 Arbeitsplätze zwar ehrgeizig, aber realistisch erreichbar.

Ist preisgünstiger Wohnraum in Brunnen Nord vorgesehen? Wie ist die Umsetzung vorgesehen und gesichert?

In Brunnen Nord ist ein minimaler Anteil von 15 % der Bruttogeschossfläche „Wohnen“ als preisgünstiger Wohnraum zu realisieren. Für die Realisierung besteht einerseits die Möglichkeit, dass eine Organisation des gemeinnützigen Wohnbaus (Wohnbaugenossenschaft) oder die Bauherrschaft die Projekte erstellt. Es besteht auch die Möglichkeit von anderen Finanzierungsmodellen. Unter Berücksichtigung eines mittleren Anteils an Wohnungen entstehen rund 80 Wohnungen im Segment „preisgünstiger Wohnungsbau“. Der Gemeinderat sorgt dafür, dass Realisierung und Erhaltung sichergestellt werden, z. B. mittels Grundbucheintrag.

Der Gemeinderat hat 2013 in seine Immobilienstrategie aufgenommen, den gemeinnützigen bzw. preisgünstigen Wohnungsbau zu unterstützen und zu fördern. Als Zielsetzung hat er sich gesetzt, dass die Quote „preisgünstiger Wohnraum“ mittelfristig mit der Realisierung von Brunnen Nord 10 % des gesamten Mietwohnungsbestands in der Gemeinde erreichen soll. Mit preisgünstigem Wohnraum soll dem Mittelstand in unserer Gemeinde und Personen mit Bezug zur Region „Wohnen als Grundbedürfnis“ nachhaltig gesichert werden.

Soll die Gewährung von Bundeshilfe beansprucht werden, dürfen standortabhängige Anlagekostenlimiten nicht überschritten werden. Die Gemeinden sind aufgrund ihrer Standortgüte in Kostenstufen eingeteilt. Für die Bestimmung der Preisgünstigkeit des Wohnraums ist die Verordnung des Bundesamts für Wohnungswesen über Kostenlimiten und Darlehensverträge für Miet- und Eigentumsobjekte massgebend.

Bei der Realisierung wird der Gemeinderat Lösungen mit Organisationen des gemeinnützigen Wohnbaus favorisieren. Er hat diesbzgl. mit dem Projekt „Mettlen“ und der Baugenossenschaft Familia bereits positive Erfahrungen gemacht.